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Paulo Freire

 

                                                                

 

Geb. 19.09.1921 in Recife; gest. 02.05.1997 in Sao Paulo, war ein in Theorie und Praxis einflussreicher brasilianischer Pädagoge
und weltweit anerkannter Autor. Paulo Freires Eltern gehörten zur Mittelklasse in Brasilien. In der Weltwirtschaftskrise von 1929
machte er die Erfahrung des Hungerns. Aus diesem Grund zog die Familie nach Jaboatao dos Guararapes, wo sein Vater starb.
 
Mit elf Jahren widmete Paulo Freire sein Leben dem Kampf gegen den Hunger. 
Paulo Freire war kein sehr erfolgreicher Schüler. Nach der Schule studierte er zuerst Jura und wurde Anwalt; war jedoch von seinem
Beruf nicht überzeugt, da die Anwälte das Besitztum der Reichen verteidigten. Aus diesem Grund wurde Paulo Freire Lehrer für
Portugiesisch. Seine Interessen lagen mehr in der Philosophie, Psychologie, Pädagogik und den Sprachen. 
 
Mit 23 Jahren heiratete er die Lehrerin Elza Matia Costa. Aus dieser Ehe gingen fünf Kinder hervor. Nach der Heirat studierte Freire
Erziehungswissenschaften. Zwischen 1946 und 1954 war Paulo Freire der Direktor der Abteilung für Erziehungswissen­schaften und
Kultur im Bundesland Pernambuco. 1946 wurde er Dozent an der Uni­versität von Recife. 1959 promovierte Paulo Freire an der Uni-
versität von Recife.  Er blieb an der Uni und lehrte Philosophie und Erziehungswissenschaften.
 
1947 begann er seine Alphabetisierungskampagne. Diese Kampagne stellte nicht nur eine Technik des raschen und gezielten Erwerbs
von Lesen und Schreiben, sondern darüber hinaus eine Methode der Bewusstseins­bildung dar. Dies war die Zeit, in der Paulo Freire die
„Kultur des Schweigens“ ent­deckte. Er nennt so die Kultur des ländlichen Proletariats und der Slumbewohner Brasiliens. Er sieht, wie
diese Menschen sich ihrem Schicksal ergeben, wie sie dem Mythos verfallen, schlechtere Menschen zu sein, und wie sie apathisch ihren
Unter­drückern, z.B. Gutsherren, vertrauen. Weil die Unterdrücker alles für sie regeln, lehnen die Unterdrückten deswegen auch Bildung ab.
Paulo Freire will durch sein Gegenkonzept die herrschende Passivität aufbrechen. Er führt sein anthropo­logisches Konzept der Kultur
ein. Es soll Analphabeten zu der Erkenntnis führen, dass sie genauso Kultur schaffen können, wie belesene Menschen.
 
Viele seiner Werke besitzen eine hohe Aktualität sowohl für Diskussionen um Bürgerpartizipation und Zivilgesellschaft, aber auch zum
technologischen Wandel. 
 
Paulo Freire hat uns ein wichtiges Erbe hinterlassen:
  • Seinen festen Glauben an die menschliche Person und ihre Fähigkeit, sich als Subjekt der Geschichte zu bilden.

  • Seine überzeugte und mit der Sache des Volkes kohärente politische Haltung.

  • Seine Fähigkeit, zu träumen und zu hoffen.

  • Seinen Ehrgeiz, das für richtig Erkannte zu tun und dafür zu kämpfen.

  • Seine Bescheidenheit, die ihm sagte, dass kein großes Werk sich allein schaffen lässt und dass es nötig ist, immer dazuzulernen.

  • Seine Art und Weise, die Volksbildung zu fördern um die Wirklichkeit zu verändern.

  • Seine Pädagogik, die die Weisheit des Volkes wertschätzt und sie gleichzeitig herausfordert.

  • Seine besondere Sorge um die Überwindung des Analphabetismus, um "die Welt lesen" zu lernen.

  

 

 

 

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